Interview mit Dichterin Zena Youssef

Interview mit Dichterin Zena Youssef

Der Assyrische Jugendverband Mitteleuropa e.V. hatte die Gelegenheit mit der Dichterin Zena Youssef ein Interview zu führen. Beantwortet hat sich uns allgemeine Fragen, also auch Fragen zu ihrer Identität. Zwei ihrer ersten Gedichte, „Sabno Mheiro“ und „Vater“ sind ebenso in diesem Artikel vorhanden.

Allgemeine Fragen

Wie ist dein vollständiger Name?
Mein vollständiger Name ist Zena Iskendar Youssef

Wie alt bist du?
Ich bin 20 Jahre alt.

Wo bist du geboren?
In Rarduga / Syrien.

Was machst du beruflich?
Ich bin Schülerin und mache gerade mein Abitur.

Was sind deine Hobbies?
Es ist schon eine Leidenschaft: Ballet und rhytmische Sportgymnastik seit über 12 Jahren. Ich habe schon viele Urkunden gewonnen und ich bin stolz darauf, dass wir die beste Tanzgruppe in NRW haben. Wir waren auch im deutschen TV schon zu sehen.

Warum schreibst du Gedichte?
Mit meinen Gedichten möchte ich Kritik an meine Gesellschaft ausüben und unsere Probleme widerspiegeln. Ich schreibe meistens über aktuelle Themen, die unser Volk betreffen.

Hast du noch mehr Gedichte?
Ich habe im Moment noch 6 weitere Gedichte, die ich im Laufe der Zeit noch hier an AJM zur Verfügung stellen werde.

Fragen zur Identität

Was ist dein Wunsch an dein Volk?
Mein Wunsch an mein Volk ist, dass wir mit allen verschiedenen Namen wieder eine Einheit werden.

Möchstest du deinem Volk noch etwas mitteilen?
Auch wenn es sehr weit oder unwahrscheinlich ist ein Land wieder zu haben, ist es mein größter Traum. Ob er Wirklichkeit wird oder nicht, das steht in den Sternen.

Gedichte

Ihr erstes Gedicht „Sabno Mheiro“

Ahna koheishina sabno mheiro
latlan darbo u lo nisho
latlan lo hauro u lo mdabrono
au msheilono dketjo mahezo
miltho dketlan faude mlitho
golo dhire beinotheina disho
ahlehdode gabore tauwe bas la nehkroje rishan kefo
men meskeno u hameidan, leebe shafjo u haune msakro
basjo basjo, leema gfojesh hauhka
suhkrena hainotheina u leeban mu nisho de imtho
gtelena, nherena u flerena be nuhkrojutho
golo hnigo koshumhono, kumuto treilan mu mamrano
kumuto ahna bu sabnano gdfilhena lu hamano
ishne sagi gednetrena hul dmesaker u hamano?!
u ha dhowet bdarbo dimtho
hkdu tanuro towe grero
darbo dketjo treeso msaujo eleina
i imtheithan lo tohena
idohku ahunone u ahwothe tauwe
li imtheithan gfilhena
dlo hujodo latlan haje be nuhkrojutho
hul leema hauhka
be shantheithan i hamegto gedfeishina
bas ketlan sabro, sabro rabo bu hameidan
dshogel sidge ahlu athreidan
dohku me ha lha mashmehina
u bgolo helojo gdemena

TIHE ATHRAN BETHNAHRIN

TIHE IMTHAN HABEBTO

Ihr zweites Gedicht „Vater“ ihrem Vater gewidmet

Meine Seele dürstet nach meinem Vater,
nach meinem geliebten Vater.
Wann werde ich dahin kommen, dass ich Vaters
Angesicht zum ersten Mal schaue?
Meine Tränen sind meine Speise,Tag und Nacht,
weil ich täglich zu mir sage: Wo ist nun dein Vater?
Darum will ich denken und ausschütteln mein Herz
bei mir selbst,
was berübst du dich meine Seele und bist so unruhig in mir?
Mein Gott betrübt ist meine Seele in mir,
darum gedenke ich an Dich und meinem heiligen
Land am Euphrat und Tigris.
Du bist der Gott meiner Stärke
Sende mir Vaters Licht und Sonnenstrahlen,
welche mir den Weg weisen, wenn endlich meine
Seele durch Vaters geliebten Hände
aufgefangen und in alle Ewigkeit emporgehoben
und festgehalten wird
Ja mein Gott, mein geliebter Gott, mein barmherziger Gott.
Auf diesen Moment werde ich mit Freude warten,
denn nur dann ist meine unstillbare Sehnsucht endgültig und für immer erfüllt,
denn dann wird mein Schmerz nicht mehr sein,
noch mein Geschrei, noch mein Leid wird mehr sein,
denn dies ist dann vergangen.
Das soll mir Trost sein.

Der AJM bedankt sicht sehr für das Interview sowie die beiden Gedichte und wünscht Zena alles Gute. Wir hoffen, bald wieder von Dir zu hören.

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