Qolo-Interview mit Malfono Ninos Aho

Ninosaho

Qolo-Interview mit Malfono Ninos Aho

Zur Person: Ninos Aho ist ein assyrischer Poet, Liedtextschreiber und Aktivist aus dem Dorf Gerke-Shamo in syrisch-Assyrien. Heute lebt er in Los Angeles, USA, wo er ein aktives Mitglied der Assyrisch Demokratischen Organisation und vom Seyfo Center USA ist. Seine Gedichte, wie z.B. „Habtho d´Heto“ oder „Aturaya Khata“ und seine Reden sorgen nun schon seit über vier Jahrzehnten für Begeisterung unter den Assyrern. Sie erzeugen enorme Emotionen und Motivation. Für viele Assyrer war und bleibt er ein ausschlaggebender Grund, sich aktiv für das Wohlergehen seiner assyrischen Mitmenschen einzusetzen. Er wird meistens als „Malfono“ (Lehrer) bezeichnet, weil er ein Vorbild für alle Assyrer ist.
Malfono Ninos, wer waren eigentlich deine Vorbilder?Meine Vorbilder waren und sind immer noch Naum Faieq, Ashur Yusif, 

Farid Nazaha und Dr. Freydun Abrohom Aturaya.

Welches deiner Ziele liegt dir besonders am Herzen?
Ich erhoffe mir, dass bis zum Jahre 2020 10 Staaten dieser Welt den Seyfo, also den Völkermord an unserem Volk, offiziell anerkannt haben. Daraufhin möchten wir vor allem mit Seyfo Center und seine Unterstützer arbeiten.

Auf welche deiner Leistungen bist du besonders stolz?
Recht viele Assyrer wurden durch meine Gedichte motiviert, sich aktiv in unsere Gesellschaft einzubringen. Diese Gedichte und ihre Auswirkungen bereiten mir große Freude und machen mich besonders stolz.

Welches deiner Gedichte gefällt dir persönlich am meisten?
Ich persönlich favorisiere „Habtho d´Heto“, „Aturaya Khata“, „Yima Ikhidayu“, „Zabno uDore“ und „Shimsha d´Shrara“.

Warum sprichst du so häufig von Assyrien 2050?
Es gibt eine biblische Prophezeiung in Jesaja 19, aus der zu entnehmen ist, dass Assyrien wieder existieren wird. Desweiteren gibt es eine Prophezeiung vom heiligen Mor Afrem, die besagt, dass die Assyrer eines Tages in allen vier Himmelsrichtungen zerstreut, aber wieder zurückkehren, ihre Feinde besiegen und Assyrien wieder aufbauen werden. Und fast genau das ist bisher der Fall: Ägypten und Israel gibt es bereits. Durch die Unterdrückung und Verfolgung wurden wir in allen vier Himmelsrichtungen zerstreut. Und heute haben wir derzeit im Irak die größte Chance auf ein eigens verwaltetes Gebiet. Besonders seit dem Jahre 2000 hat unser Volk verstärkt auf dieses Ziel hinaus gearbeitet. Eine eigene Regierung aufzubauen, kann 50 Jahre dauern. Daher spreche ich von 2050. Und in diesen verbliebenen 40 Jahren sollten wir alles Mögliche tun, um dieses Ziel zu erreichen, denn sonst könnten die Auswirkungen unseres Lebens in der Diaspora das Erreichen dieses Ziels für immer zunichtemachen.

Was motiviert und inspiriert dich?
Mein Glaube an die Assyrische Sache, mein Traum von einem Leben in Frieden und Freiheit für unser Volk in seiner Heimat und die Gerechtigkeit, die wir Assyrer für die vergangenen 7000 Jahre verdienen. Besonders auch die Liebe. Es ist auch inspirierend zu sehen, welch große Liebe nicht-Assyrer für unser Volk aufbringen können. Der Assyriologe Henry Saggs z.B. liebe die Assyrer so sehr, dass er sich mal wünschte, einer zu sein.

Was möchtest du unseren Verbänden in Mitteleuropa auf dem Weg geben?
Ich wünsche mir von ihnen mehr Aktivitäten, die die Liebe und Hoffnung in den Herzen der Assyrer (wieder)erwecken. Sie sollten für neue Gedanken offen sein, die die Ketten der letzten 50 Jahren in der Diaspora sprengen. Dem AJM und all unsere anderen Jugendverbände auf der Welt rate ich, sich innerhalb der nächsten fünf Jahre zu eine Art Jugendweltregierung zu vernetzen.

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