Zwischenbericht des AJM-Hospitanten John Beth Afrem aus dem Irak

Hospitationsprogramm Irak 2013 Assyrischer Jugendverband Mitteleuropa John Beth Afrem

Zwischenbericht des AJM-Hospitanten John Beth Afrem aus dem Irak

Meine Hospitation beginnt in Deutschland mit dem Ende des Fachkräfteaustausches zwischen dem Assyrischen Jugendverband Mitteleuropa (AJM) und der Chaldo-Assyrischen Studenten- und Jugendunion des Iraks (Khoyada). Zusammen mit den Vertretern und Mitgliedern von Khoyada fliege ich von München nach Sulaymaniyah. Während den 6 Wochen, die ich hier verbringe, möchte ich meine persönlichen, fachlichen sowie interkulturellen Erfahrungen erweitern. Ich erhoffe mir durch die Hospitation neue Ideen für den Tätigkeitsbereich des AJM zu gewinnen und natürlich möchte ich mich hier im Nordirak, soweit es geht, in der Jugendarbeit des Khoyada einbringen und ihn in seiner Arbeit unterstützen.

Meine Hospitation beginnt in Deutschland mit dem Ende des Fachkräfteaustausches zwischen dem Assyrischen Jugendverband Mitteleuropa (AJM) und der Chaldo-Assyrischen Studenten- und Jugendunion des Iraks (Khoyada). Zusammen mit den Vertretern und Mitgliedern von Khoyada fliege ich von München nach Sulaymaniyah. Während den 6 Wochen, die ich hier verbringe, möchte ich meine persönlichen, fachlichen sowie interkulturellen Erfahrungen erweitern. Ich erhoffe mir durch die Hospitation neue Ideen für den Tätigkeitsbereich des AJM zu gewinnen und natürlich möchte ich mich hier im Nordirak, soweit es geht, in der Jugendarbeit des Khoyada einbringen und ihn in seiner Arbeit unterstützen. Außer einen Einblick in Tätigkeitsbereiche der Jugendorganisation möchte ich auch einen Einblick in das Leben der Assyrer in ihrer angestammten Heimat erlangen, u.a. weil dies ein wichtiger Faktor ist, den es zu berücksichtigen gilt, wenn man erfolgreich in der hiesigen Jugendarbeit tätig sein möchte. Zu guter Letzt bietet der Aufenthalt hier eine großartige Gelegenheit, um meine Sprachkenntnisse im Ostdialekt meiner assyrischen Muttersprache zu erweitern.

In Sulaymaniyah angekommen, fahre ich zusammen mit Fady, dem Verantwortlichen für die Medienarbeit des Khoyada, nach Arbil. Wir fahren über Kirkuk und bereits auf dem Weg dahin kann ich erkennen, was für ein „brodelndes“ Land der Irak ist. Wir fahren an vielen Öl- und Gasraffinerien vorbei, sodass ich auf dem Weg oft den Geruch von Gas rieche und sehe wie Feuerfontänen aus dem Boden schießen, bei denen es sich um in Brand angesteckte Gaslöcher handelt. Fady lebt in Ainkawa, einem Stadtteil von Arbil, wo sich auch die Hauptzentrale des Khoyada befindet. Die meisten Assyrer in Arbil leben hier. Während meiner Zeit in Arbil übernachte ich bei Fadys Familie. Er ist Ingenieur. Wie ich erfahre, sind besonders viele Christen im Irak studierte Leute.

Am ersten Tag geht es in die Hauptzentrale des Khoyada. Hier lerne ich die Mitglieder des Verbandes kennen und viele Vertreter. Kaldo Ramzi, der Vorsitzende des Verbandes, heißt mich persönlich herzlich willkommen. Ich erhalte eine Einführung über den Jugendverband und über die Zahlen der assyrischen Bevölkerung im Land.

Khoyada hat einen fünfzehn-köpfigen Vorstand und 8 Hauptzweigstellen: Baghdeda, Ninive (Mosul), Kerkuk, Sanharib, Caleh, Bagdad, Nuhadra (Dahuk) und Arbil. Die Hälfte dieser Hauptzweigstellen haben noch einmal mehrere Zweigstellen, die jeweils aus Dörfern und Städten bestehen.

Die Organisation des Verbandes ist in sechs verschiedene Aufgabenbereichen unterteilt: das Organisationsbüro für alle Aktivitäten des Verbandes, das Organisationsbüro für alle Aktivitäten des Verbandes sowie für die der Zweigstellen, Finanzen, Medien, Kontakte für die Region Kurdistan und Kontakte für ganz Irak.

Alle zwei Jahre gibt es eine Delegiertenversammlung, in der ein neuer Vorstand gewählt wird  und die Aktivitäten und Ziele des Verbands für die bevorstehenden zwei Jahre definiert werden.

Vor dem Irakkrieg lebten ca. 1,4 Millionen Assyrer im Irak. Die Hälfte lebte in und um Bagdad herum und die andere Hälfte im Nordirak (Ninive-Ebene und kurdisch verwaltete Region). Seit dem letzten Irakkrieg sind über die Hälfte ins Ausland geflohen und die Hälfte der sich noch im Land befindlichen Assyrer besteht aus Binnenflüchtlingen. Heute leben die meisten im Nordirak. Viele sind aus Bagdad in den Norden geflüchtet. Obwohl die Kurdistanregion zum Irak gehört, finden sie oft keine Arbeit, weil sie kein Kurdisch sprechen oder weil selbst ihre Schul- und Universitätsabschlüsse manchmal nicht anerkannt werden. Im Nordirak gibt es zwar weniger Übergriffe auf Assyrer und andere Minderheiten, aber seit den letzten Jahren haben sie sich auch hier im Norden gehäuft. Die Angriffe kommen nicht nur von der Bevölkerung, sondern auch von der kurdischen Regionalregierung. So werden beispielsweise assyrische Dörfer ihrer Ländereien enteignet, wie es zuletzt im Dorf Chamerabatki im Juni dieses Jahres der Fall war.

Nach Arbil verbringe ich mehrere Tage in Alqosh bei Athra Kado, dem Vertreter der Hauptzweigstelle Sanharib. Es leben ca. 7000 Menschen hier, die alle ausschließlich Assyrer sind. Um Alqosh herum gibt es noch mehrere kleinere Dörfer, die ebenfalls nur von Assyrern bewohnt werden. Von Alqosh aus fahre ich mit Athra und Faris Jamma, einem weiteren Vertreter der Ortsgruppe Alqosh, zu den einzelnen Zweigstellen Sanharibs und lerne die dortigen Ortsgruppen des Khoyada kennen – Alqosh, Telkepe, Batnaye, Teleskop, Sharafya, Ainsefne und Pirusaua.

Nach Sanharib gehts weiter in den Norden zur Hauptzweigstelle Nuhadra. Nuhadra zählt, so wie auch Arbil, zu den größten assyrischen Ballungspunkten im Irak. Ailin Ashak, die  Verantwortliche für das Organisationsbüro für alle Aktivitäten des Verbandes sowie für die der Zweigstellen, ist hier eine meiner Betreuer und kümmert sich um meinen hiesigen Aufenthalt. Hier werden mir die Zweigstellen bzw. Ortsgruppen vorgestellt, die zur Hauptzweigstelle Nuhadra gehören: Nuhadra, Deralok, Sapna, Nahla, Zakho, Simele und Nasibin.

Die Leute sind sehr liebenswürdig und besonders gastfreundlich. Ich werde in Besprechungen oft nach meiner Meinung gefragt. Sie kommen oft auf mich zu und fragen mich über die Assyrer in Deutschland und unsere Jugendarbeit, etwa was es für Probleme bei uns gibt und wie wir diese angehen. Mich freut es sehr, dass ich auch aktiv ihre Arbeit unterstützen darf, wie etwa beim Pflanzen von Bäumen in Alqosh, bei der Erstellung von Videos im medialen PR-Bereich, bei der Durchführung von Lokalwahlen oder der Vorbereitung für die bevorstehende Delegiertenversammlung vom 05. bis zum 07. Dezember 2013.

Die Aktivitäten der Zweigstellen im ganzen Land unterscheiden sich nicht großartig, sie machen überwiegend die gleichen Veranstaltungen: sie organisieren Picknicks für Abiturienten und Studenten, Kennenlernabende für neue Studenten an den Universitäten, Abschlussfeiern für Studenten, Ehrungen von Schülern und Studenten mit besonders guten Leistungen in der Schule und an der Universität sowie die Ehrung von Assyrern für besondere Leistungen für die assyrische Gesellschaft. Darüber hinaus organisieren sie  Sportevents, Vorträge über verschiedene Themen, Exkursionen zu antiken assyrischen Stätten, Treffen mit Vertretern aus Gesellschaft, Politik und Kirche, Symposien, Nachhilfeunterricht für Schüler,  Spendenaktionen z.B. für die medizinische Behandlung armer und kranker Kinder oder für Schulmaterialien für die assyrischen Schulen und ihre Schüler, etc.

Besonders aufgefallen sind mir das Studentenheim für assyrische Studenten in Nuhadra, das von Khoyada in Zusammenarbeit mit der humanitären Hilfsorganisation Assyrian Aid Society (AAS) betrieben wird, und die Hammurabi Scouts (Baduqe d´Hammurabi). Viele assyrische Studenten in den Dörfern können sich das Leben in der Stadt nicht leisten, um dort zu studieren. Der Khoyada und die AAS betreiben diesen Studentenheim für diese Zielgruppe und stellen es den Studenten kostenlos zur Verfügung, um ihnen den finanziellen Druck zu nehmen und ihnen damit das Studieren zu ermöglichen und zu erleichtern.

Die Hammurabi Scouts erhalten eine Ausbildung, um sowohl die assyrische Gesellschaft als auch andere Menschen in Not zu unterstützen. Zu ihren Aktivitäten gehören beispielsweise Müllsammelaktionen, das Pflanzen von Blumen und Bäumen in Dörfern und Städten, das Säubern von Kirchen und Klöstern oder das Besuchen und Beschenken kranker Kinder in den Kinderabteilungen der Krankenhäuser.

Dies sind die Aktivitäten des Verbands auf Lokal- und Landesebene. Auf internationaler Ebene beteiligt sich Khoyada an internationalen Veranstaltungen, wie etwa internationale Austauschprogramme mit dem AJM in Deutschland oder internationale Konferenzen der International Young Democrat Union (IYDU), bei der der Khoyada Mitglied ist.

Ich freue mich schon darauf, weitere Eindrücke und Erfahrungen zu sammeln und diese mit den Menschen in Deutschland zu teilen.

  1. jakob garbojakob garbo01-24-2014

    ja sehr schön meine sprache ist schwach aber schreibe noch paar worte
    Zuerst, die berichte sind sehr schön aber es fehlen ein paar Bilder. zweitens die Idee ist sehr schön
    aber nur weiter so mit dem Kontakt zwischen dem Ausland und heimat. hoffentlich weiterhin als Gruppe und nicht als einziger.
    am schlöme jakob garbo

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