ZAVD PM zur Gegendemonstration des Erdogan-Besuchs in Köln

Erdogan Demo In Köln

ZAVD PM zur Gegendemonstration des Erdogan-Besuchs in Köln

Am 24. Mai 2014 besuchte der türkische Ministerpräsident Erdogan Köln. Zehntausende Demonstranten protestierten gegen sein Besuch und seine Politik in der Türkei. Die Alevitische Gemeinde in Deutschland initiierte die Bildung einer demokratischen Plattform, zu der auch der ZAVD angehört, die zu dieser Großdemonstration aufgerufen hatte. Mitglieder des ZAVD folgten diesem Aufruf und waren in Köln auch vertreten.

ZAVD Pressemitteilung: Massenprotest gegen Erdogan-Besuch

Köln, 24.05.2015

Auf dem Ebertplatz in der nördlichen Kölner Innenstadt versammelten sich nach Angaben der Veranstalter mehr als 50.000 Menschen, um den Protestzug gegen den unerwünschten Besucht des türkischen Ministerpräsidenten Erdogan in der Lanxass-Arena in Köln zu beginnen. Der Alevitische Dachverband in Deutschland (AABF) schaffte es, Gegner von Erdogan zu vereinen, so dass Aleviten, Kurden, Assyrer, Armenier, türkische Demokraten und viele andere dem Aufruf folgten und bei der Großkundgebung am Aachener Weiher den Ansprachen von Politikern und Verbänden großen Beifall zusprachen.

„Er ist kein Demokrat. Er ist ein Anti-Demokrat. Er möchte keine plurale Gesellschaft und möchte keine Kritiker haben. Er sperrt Journalisten ein. Er ist ein Unterdrücker der freien Meinungsäußerung:“ so Yilmaz Kahraman von der Alevitischen Gemeinde in Deutschland in einem ZDF-Interview.

Schon am Mittag trugen zahlreiche Menschen gelbe Sicherheitshelme mit dem Aufdruck »Soma«. Bei dem verheerenden Grubenunglück von Soma waren nach offiziellen Angaben 301 Bergleute ums Leben gekommen. Viele zahlreiche Menschen mit T-Shirts mit der Aufschrift »Überall Taksim – überall Widerstand« waren zu sehen, womit sie auf die Proteste gegen die islamisch-konservative Regierung der Türkei auf dem Taksim-Platz in Istanbul anspielten. Bei der Protestaktion unter dem Motto »Wir sagen Nein zu Erdogan« hielten viele Demonstranten Transparente mit Aufschriften hoch wie »Tayyip Erdogan – Der Wolf im Schafspelz« oder »Mörder Erdogan«.

Petrus Atalay vom Zentralverband der Assyrer in Deutschland und Europäischen Sektionen e.V. (ZAVD) forderte in seiner Rede bei der Abschlußkundgebung: “Herr Erdogan, verlassen Sie unser Deutschland und kehren Sie nicht zurück. Ich hoffe, dass Sie bald politisch keine Rolle mehr spielen. Dann können die jährlichen Millionen zur Völkermordverleugnungspropaganda für andere Zwecke genutzt werden. Zum Beispiel zur Errichtung von Cem-Häusern für Aleviten oder die Förderung von karitativen Zwecken. Vielleicht auch für den Bau neuer Kirchen, wenn dieses Verbot in der Türkei auch endlich aufgehoben wird, wenn Sie endlich weg sind.“ Die emotionale Rede beendete er mit einem Aufruf an alle Demonstranten mit den Worten:“ An alle Aleviten, Kurden, Assyrer, andere Christen und alle demokratischen Türken; ihr seid nicht allein! Wir stehen hinter euch und unterstützen euch eine neue Türkei zu formen. Ihr gemeinsam, könnt eine neue Türkei schaffen, die für alle Menschen lebenswert ist.“ Der ZAVD ist Mitglied der demokratischen Plattform, die zu dieser Großdemonstration aufgerufen hatte. Mitglieder des ZAVD folgten diesem Aufruf und waren in Köln auch vertreten.

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