Assyrer gedenken dem Völkermord von Simele

KW 32 2014 009X

Assyrer gedenken dem Völkermord von Simele

Am 07. August 2014 fand in der Wiesbadener Innenstadt eine gemeinsame Gedenkveranstaltung der örtlichen Kirchen und assyrischen Vereinigungen statt, um auf das Geschehen vor 81 Jahren im nordirakischen Simele aufmerksam zu machen.

Die Veranstalter machten auf die aktuelle Situation im Nordirak aufmerksam, in der sich deutliche Parallelen widerspiegeln. Über 500 Bürger und zahlreiche Vertreter assyrischer Organisationen waren dem Aufruf gefolgt. „Das Schweigen über die Vertreibung der indigen christlichen Gemeinschaft im Irak muss gebrochen werden. Wer Schweigt macht sich zum Mittäter“, so der Erzdiakon der Apostolischen Kirche des Ostens Emanuel Youkhana.

Der Völkermord von Simele war eine systematische Kampagne durch die Streitkräfte des Königreichs Irak. Im August 1933 wurden systematisch und gezielt Massaker an den Assyrer im Nordirak durchgeführt. Der 07.August (Tag der assyrischen Märtyrer) ist den Opfern des Völkermordes von Simele gewidmet, da an diesem Tag das Morden begann. Erinnert wird nicht nur an die Geschehnisse in Simele, sondern auch an die Morde von zehntausenden AssyrerInnen in 63 assyrischen Dörfern in den Bezirken Dohuk und Mosul. Tausende waren damals aus dem Irak geflüchtet und hatten sich am Fluss Khabur in Nordsyrien niedergelassen, wo sie heute erneut um ihre Existenz kämpfen müssen.

Veranstaltung Wiesbaden 2014

Über 500 Teilnehmer bei der Gedenkveranstaltung in Wiesbaden

Der ZAVD verurteilt die schrecklichen Ereignisse die am 07.08.1933 in Simele begannen. Unschuldige, unbewaffnete Frauen und Kinder wurden durch die Streitkräfte der damaligen irakischen Regierung ermordet und vertrieben. Unterschiedliche Angaben sprechen von damals bis zu 50.000 Opfern. Heute gibt es in die Region um Simele im Nordirak keine assyrische Bevölkerung mehr. Das Morden erfolgte unter den Augen der Weltöffentlichkeit, da der Irak sich erst wenige Monate zuvor unabhängig wurde.

„Wir als Verband der betroffenen Volksgruppe erkennen die Parallelen zur heutigen Situation im Nordirak, und fordern die deutsche Öffentlichkeit auf das Schweigen zu brechen und gegen die systematische Christenverfolgung im Irak und Syrien tätig zu werden“ so der stellvertretende Vorsitzende des ZAVD Grigo Simsek.

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