Humanitäre Katastrophe im Irak – Schutzzone Jetzt!

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Humanitäre Katastrophe im Irak – Schutzzone Jetzt!

Die humanitäre Katastrophe im Nordirak schreitet weiter voran. Sie trifft insbesondere die Minderheiten. Immer mehr Christen verlassen ihre Heimat. Nach Mosul nahmen die radikal-islamistischen IS Terroristen am 06.08.2014 die assyrische Region um Tel Keppe und die von Yeziden bewohnte Region um Shingal und Sinjar ein.

Die Städte Karakosh, Tel Keppe, Bartelle und Karamlesh, Bashiqa, Basani sowie Batnaya stehen nun in der Gewalt der IS-Kämpfer. Dabei kommt es zu bestialischen Hinrichtungen, Massenmorden und Folterungen. Kinder und Frauen bleiben nicht verschont. Grausame Bilder und Videos kursieren im Internet. Die islamistischen Kämpfer zerstören alles, was nicht ihrer strengen Interpretation des Islams entspricht: Kirchen, historische Stätten aus der Zeit der Assyrer, yezidische Gotteshäuser, schiitische Moscheen.

Momentan befinden sich über 200.000 Menschen auf der Flucht. Viele gingen in völlig überfüllte Städte in der Kurdenregion, wo sie zum Teil in Parks, auf Straßen und in Kirchen übernachten. Über 120.000 Christen flohen aus der gesamten Region der Ninive-Ebene nach Dohuk und Erbil und über 40.000 Yeziden suchten Schutz in den Bergen. Einige Menschen, vor allem Kinder, starben an den Folgen von Wassermangel auch auf der Flucht.

In Tel Keppe sind mehr als 90 % der Einwohner aus der Stadt geflohen. Tel Keppe – auch Tel Kaif genannt – liegt acht Kilometer nordöstlich von Mossul in der Ninive-Ebene und ist eine der bevölkerungsreichsten assyrischen Städte im Irak. Die Flucht aus Tel Keppe hat in der gesamten Ebene starke Fluchtströme ausgelöst. Die Furcht vor der Einnahme von anderen Dörfern und Städten durch die islamistischen Gotteskrieger ist groß. Athra Kado ist irakischer Hospitant beim Assyrischen Jugendverband Mitteleuropa e.V. (AJM) und kommt aus Alqosh, eine Stadt wenige Kilometer nördlich von Tel Keppe. „Meine Familie ist noch vor Ort“, berichtet Athra Kado, der fast stündlich mit seinen Angehörigen telefoniert. „Nur die Männer bleiben, um die Stadt zu verteidigen. Auch viele Jugendliche haben sich bereit erklärt, gegen IS zu kämpfen. Nachdem sie die Familien nach Nohadra (Dohuk) begleitet haben, kehren sie nach Alqosh zurück. Sie wollen Alqosh beschützen oder in Alqosh sterben“. Die Ausrüstung der Verteidiger ist allerdings spärlich. Sie verfügen ausschließlich über einfache Waffen. Eine Unterstützung durch irakische Regierungstruppen oder kurdische Peshmerga-Kämpfer gibt es nicht. Die Ninive-Ebene ist bald komplett entvölkert.

CAPNI_Landkarte_Christliche_Demografie_im_Irak

Landkarte zur christlichen Demografie im Irak angehängt. Diese Datei wurde von der humanitären Hilfsorganisation Christian Aid Program North Iraq (CAPNI) ausgearbeitet und uns zur Verfügung gestellt.

Bevor die IS Terroristen in die Region marschierten, war die Ninive-Ebene der wichtigste Rückzugsort aller Christen und Minderheiten im Nordirak. Die Region gehört zum Kernland der assyrisch-chaldäisch-syrischen Urbevölkerung mit einer über fast 7.000 jährigen Geschichte.
Nach Meinung von Johann Roumee, Vorsitzender des Zentralverbandes der Assyrer in Deutschland kann der Exodus nur durch die Errichtung einer UN-Schutzzone in der Ninive-Ebene gestoppt werden. Innerhalb der Vertreter der irakischen Christen bestehe hier eine große Einigkeit. „Die internationale Gemeinschaft muss endlich handeln, um die Zerstörungswut der islamistischen IS-Terrormiliz aufzuhalten“, so Roumee.

Der Vorstand des Zentralverbands der Assyrischen Vereinigungen in Deutschland und europäische Sektionen e.V. (ZAVD)

Der Vorstand des Assyrischen Jugendverbands Mitteleuropa e.V. (AJM)

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