Sonderdebatte im Bundestag: Zentralverband der Assyrer fordert weitere Anstrengungen

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Sonderdebatte im Bundestag: Zentralverband der Assyrer fordert weitere Anstrengungen

In einer Sondersitzung des Bundestages am vergangenen Montag, den 1. September 2014 stimmte eine große Mehrheit der Abgeordneten dafür, Waffen an die Peschmerga-Kämpfer im Nordirak zu liefern. Der Zentralverband der Assyrischen Vereinigungen in Deutschland und Europäische Sektionen (ZAVD) e.V. begrüßt die Entscheidung unserer Volksvertreter, fordert aber zugleich die Bundesregierung auf, dringend weitergehende Entscheidungen zu treffen um die Terrormilizen des Islamischen Staats (IS) zu stoppen.

Die mit Spannung erwartete Debatte im Reichstag verfolgte eine Delegation des ZAVD, bestehend aus den Vorsitzenden Johann Roumee und Grigo Simsek sowie Janet Abraham als Ehrengäste der CDU/CSU-Fraktion. Zu den Ergebnissen der Sondersitzung äußerte sich der Vorsitzende des ZAVD Johann Roumee: „Die Erhöhung des Etats der humanitären Hilfe, aber auch die Waffenlieferungen zur Sicherung der Flüchtlingsgebiete sind richtige Entscheidungen, die wir begrüßen. Mit Hilfe der US-Luftunterstützung könnte es gelingen, die Terrorgruppierung IS zu stoppen – doch die Möglichkeit der assyrischen Bevölkerung in ihrer Heimat sicher zu leben, ist damit nicht gesichert“. Derzeit befinden sich über 200 000 Assyrer auf der Flucht. Die Lebensumstände sind katastrophal und durch den herannahenden Winter wird sich die Lage noch weiter verschlechtern. Die Ballungszentren assyrischen Lebens, u.a. die Ninive-Ebene und die Millionenstadt Mossul, sind weiterhin unter Kontrolle der Terroristen.

„Die Bundesregierung muss sich verstärkt dafür einsetzen, dass die Region unter Schutz eines starken UN Mandates gestellt wird. Die christliche Bevölkerung muss eigene Sicherheitsstrukturen etablieren können. Dazu gehört es auch, sie zu trainieren und mit Waffen auszustatten. Für die Flüchtlinge muss es direkte Hilfe zum Wiederaufbau ihrer Häuser geben. Nur so können die Menschen in Zukunft in ihrer angestammten Heimat im Irak in Frieden und Sicherheit leben“, so Janet Abraham, ZAVD-Irak Beauftragte.

Im Anschluss an die Debatte nutzte die Delegation, um mit den Bundestagsabgeordneten ins Gespräch zu kommen. Der ZAVD setzt sich auch in Zukunft für ein sicheres Leben der assyrischen Bevölkerung im Nordirak ein. Direkte Hilfe für die Betroffenen sowie eine Schutzzone für die christlichen Gebiete sind hierbei die Kernanliegen.

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