Jetzt auch größte Partei im EU Parlament für Schutzzone im Irak – ZAVD ruft zum Handeln auf

Assyrians In Iraq

Jetzt auch größte Partei im EU Parlament für Schutzzone im Irak – ZAVD ruft zum Handeln auf

Immer mehr Persönlichkeiten und Organisationen aus Politik, Kirche und Gesellschaft stellen sich hinter der Forderung nach einer Schutzzone für Assyrer und andere Minderheiten im Nordirak. Dahinter stellt sich jetzt auch die Europäische Volkspartei (EPP), die größte Partei im EU Parlament, was aus einer Pressemitteilung der schwedischen Partei der Christdemokraten (KD) hervorgeht, die hier von Qolo.de ins Deutsche übersetzt wurde. Darin wird auch die Aktionsgruppe „A Demand For Action erwähnt, die vom assyrischen Journalisten und Aktivisten Nuri Kino gegründet wurde. Der ZAVD ruft alle Beteiligten dazu auf, jetzt zu handelt und keine Zeit mehr zu verlieren bei der Errichtung der Schutzzone.

Inzwischen stellen sich immer mehr Persönlichkeiten und Organisationen aus Politik, Kirche und Gesellschaft hinter der Forderung nach einer Schutzzone für Minderheiten im Nordirak. Dazu gehören etwa Vizekanzler und SPD-Chef Sigmar Gabriel, Bundesvorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Simone Peter, Fraktionsvorsitzender der Linken Gregor Gysi, Landesbischof Bedford-Strohm, djo – Deutsche Jugend in Europa. Auch die vorherige irakische Regierung stimmte im Januar diesen Jahres der Schaffung einer neuen Provinz in der Ninive-Ebene zu, wo sich die bedrohten Minderheiten selbst verwalten würden. Leider hat der das Chaos durch den „Islamischen Staat“ und die neue Regierungsbildung im Land die Umsetzung bisher gestoppt.

Nun unterstützt auch die Europäische Volkspartei (EPP) im EU Parlament diese Forderung. Dies geht aus einer Pressemitteilung der schwedischen Partei der Christdemokraten hervor, die im Folgenden von Qolo.de ins Deutsche übersetzt wurde.

Der Zentralverband der Assyrischen Vereinigungen in Deutschland und Europäischen Sektionen (ZAVD), der schon seit Längerem diese Forderung in Übereinstimmung mit der politischen Vertretung der Assyrer im Irak stellt, begrüßt diese Haltung und ruft alle Beteiligten dazu auf, nach diesen Worten auch Taten folgen zu lassen. Für die Assyrer und andere Minderheiten im Irak bleibt kaum noch Zeit, ihre Existenz in ihrer Heimat zu erhalten, daher muss jetzt diese Sicherheitszone schnellstmöglich umgesetzt werden.

Pressemitteilung der schwedischen Partei der Christdemokraten (KD) über die Unterstützung der Europäischen Volkspartei (EPP) für die Schaffung einer international überwachten und kontrollierten Schutzzone im Irak:

Die Europäische Volkspartei (EPP) unterstützt Vorschläge der schwedischen Christdemokraten (KD) für verfolgte Christen

Die größte Partei im Europäischen Parlament, die christlich demokratische EPP, intensiviert ihre Unterstützung für verfolgte Christen und andere Minderheiten im Nordirak und Syrien. In einer Resolution, die während der aktuellen Sitzung im Parlament in Strassburg diskutiert wurde, wurde die militärische Unterstützung der Amerikaner für die halbautonome kurdische Region im Irak willkommen geheißen. Gleichzeitig unterstützt die EPP einstimmig den Vorschlag der schwedischen Christdemokraten (KD) und befürwortet die Errichtung einer Schutzzone für gefährdete Minderheiten, wie etwa Assyrer/Chaldäer/Syrer und Jesiden.

– Dies ist ein wichtiger Schritt in den Bemühungen zum Schutz aller Menschen, die direkt durch die Extremisten des „Islamischen Staats“ gefährdet sind, sagt der christdemokratische EU Parlamentarier Lars Adaktusson. Ich bin froh über und stolz auf die Unterstützung seitens unserer christdemokratischen Freunde und hoffe, dass das Europäische Parlament dem Vorschlag vollständig zustimmt.

Der Wortlaut des christdemokratischen Vorschlags stimmt mit ähnlichen Aufrufen überein, die von verschiedenen Kirchenvertretern und Führern im Irak vorgelegt wurden. Darin forderten sie eine Verbesserung der Sicherheitslage. Damit erhofft man sich eine Linderung der anhaltenden Flüchtlingskrise durch eine international überwachte und kontrollierte Schutzzone.

– Die Flüchtlingssituation ist akut im Nordirak, sagte Lars Adaktusson. Hoffentlich wird ein sicherer Zufluchtsort zur Rückkehr von Christen und anderen Minderheiten in ihre Häuser beitragen.

Die Organisation „A Demand For Action“, welche in Schweden gegründet wurde, hat in einer sehr kurzen Zeit eine breite internationale Unterstützung für die verfolgten Minderheiten gesammelt. Sie arbeitet seit dem Beginn der Vertreibungen der Minderheiten für die Errichtung einer Schutzzone.

– Assyrer/Chaldäer/Syrer, Jesiden und andere ethno-religiöse Gruppen müssen eine Sicherheitszone haben, in der sie sicher leben können. Würde man sie in ihre Häuser zurückkehren lassen, ohne für diese Resolution zu stimmen, dann würde man sie wieder ethnischen Säuberungen aussetzen. Gleichzeitig würde man dadurch den Terrorismus fördern, so Nuri Kino, Gründer von „A Demand For Action“.

Um weitere Aufmerksamkeit auf die Notlage der christlichen Minderheit im Irak zu ziehen, wurden zwei religiöse Führer für den prestigeträchtigen EU Sakharov Preis für Meinungsfreiheit nominiert.

– Ich arbeite mit meinen Kollegen im Parlament zusammen, um sicherzustellen, dass der chaldäische Patriarch Louis Sako und der ermordete muslimische Professor Mahmoud
Al-Asali den Preis erhalten, sagt Lars Adaktusson. Mit bewundernswertem Mut sind sie für Menschenrechte und religiöse Freiheit eingetreten. Sie sind in in jeder Hinsicht würdige Gewinner dieses Preises.

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