Themenabend zum Genozid in der Gütersloher St. Maria Kirche

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Themenabend zum Genozid in der Gütersloher St. Maria Kirche

Vergangenen Sonntag, den 01. März, gab es im Saal der syrisch-orthodoxen St. Maria Kirche in Gütersloh ein Vortrag über den Genozid von 1915 an den Assyrern/Aramäern und anderen christlichen Minderheiten im Osmanischen Reich.

Dazu gab es Buchvorstellungen von einem türkischen und einem assyrisch/aramäischen Buchautor. Auch die Frage nach einem Genozid-Mahnmal in Gütersloh wurde behandelt.

Der Verein Seyfo Center und seine Dachorganisation, der ZAVD, veranstalteten vergangenen Sonntag im Saal der Gütersloher St. Maria Kirche einen Themenabend zum Genozid von 1915 im Osmanischen Reich an den Assyrern/Aramäern, Armeniern und Pontos-Griechen (Seyfo).

Der Historiker Sanherib Demir referierte über den Seyfo-Genozid und stand den gut 250 interessierten Besuchern des Themenabends für ihre Fragen zur Verfügung. Zusätzlich stellten die Autoren Musa Ergin und Kemal Yalcin ihre Bücher zum Seyfo vor und beantworteten nach ihren Lesungen aus ihren Büchern ebenfalls die Fragen der Zuhörer.

Bei dem Buch von Musa Ergin, „Stille Schreie: 1915, als die Welt schwieg“, handelt es sich um Erzählungen aus der Perspektive unterschiedlicher Menschen, die den Seyfo durchleben mussten. Bei dem türkischsprachigem Buch „Süryaniler ve Seyfo“ geht es sich um ein drei bändiges Buch, diesen Genozid genau dokumentiert. Der Autor Kemal Yalcin, ein sunnitischer Türke, musste vor Jahren aus seinem Land fliehen, weil er in der Öffentlichkeit immer wieder den Genozid an den christlichen Minderheiten in der Türkei thematisierte. Heute lebt er in Bochum und arbeitet neben seiner Autorentätigkeit als Lehrer für die türkische Sprache.

Beim Aufgreifen des Themas Genozid-Mahnmal in Gütersloh waren sich sowohl Referenten als auch Zuhörer schnell einig: Gütersloh braucht ein Genozid-Mahnmal. Die Assyrer in Gütersloh werden trotz Ablehnung eines Mahnmals durch den Stadtrat weiterhin am Thema dran bleiben und alles tun, um dieses Vorhaben zu realisieren.

Der ZAVD wird weiterhin Veranstaltungen zu diesem Thema organisieren. „Gerade in diesem Jahr, in dem sich der Seyfo zum 100. Mal jährt, ist es unsere moralische Pflicht, noch mehr Aktionen zu starten, die zur Aufklärung über und die Anerkennung dieses Genozids führen sollen“, so der Vorsitzende des Verbands, Johann Roumee.

 

http://zavd.de/2015-03-03/pressemitteilung/themenabend-zum-genozid-in-der-guetersloher-st-maria-kirche/

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