Worte des Bundespräsidenten beim Gedenkgottesdienst in Berlin

Redesituation Ausstellung Kirche

Worte des Bundespräsidenten beim Gedenkgottesdienst in Berlin

Niemand braucht Angst zu haben vor der Wahrheit. Nur gemeinsam können wir überwinden, was uns getrennt hat und was uns trennt. Nur gemeinsam haben wir eine gute Zukunft in dieser einen, uns gemeinsam anvertrauten Welt.

Am Freitag, 23.04.2015 fand in Berlin ein Gedenkgottesdienst für die Opfer von 1915 statt. Millionen Christen (Assyrer/Aramäer, Armenier und Pontos-Griechen) starben durch die Gräuletaten der Jungtürken im Osmanischen Reich.

„Wir gedenken in dieser Stunde der Angehörigen des armenischen Volkes, die vor einem Jahrhundert zu Hunderttausenden Opfer von geplanten und systematischen Mordaktionen geworden sind. (…)

Diese geplante und kalkulierte verbrecherische Tat traf die Armenier aus einem einzigen Grund: weil sie Armenier waren. Ähnlich traf es ihre Leidensgenossen, die Pontos-Griechen, die Assyrer oder Aramäer.

Mit unserem heutigen Wissen und vor dem Hintergrund politischer und humanitärer Schrecknisse der vergangenen Jahrzehnte steht uns heute klar vor Augen: Das Schicksal der Armenier steht beispielhaft für die Geschichte der Massenvernichtungen, der ethnischen Säuberungen, der Vertreibungen, ja der Völkermorde, von der das 20. Jahrhundert auf so schreckliche Weise gezeichnet ist. (…)

Was die Nachfahren der Opfer aber zu recht erwarten dürfen, ist die Anerkennung historischer Tatsachen und damit auch einer historischen Schuld. (…)

Hier geht es zu der ganzen Rede:

http://www.bundespraesident.de/SharedDocs/Reden/DE/Joachim-Gauck/Reden/2015/04/150423-Gedenken-Armenier.html

 

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