PRESSEMITTEILUNG: 7. August 2015/6765 – Tag der assyrischen Märtyrer

7 August

PRESSEMITTEILUNG: 7. August 2015/6765 – Tag der assyrischen Märtyrer

Es sind die traurigsten Kapitel der assyrischen (aramäischen, chaldäischen) Geschichte, welche dieses Volk wie ein großer und dunkler Schatten bis in die heutige Zeit verfolgt. Seit jeher durchziehen sich Trauer und Schmerz wie ein roter Faden durch die Historie der Assyrer.

Doch was war geschehen?

Am 7. August gedenkt das assyrische Volk weltweit den Opfern der Massaker von 1933 und des Genozids von 1915 und zollt den unzähligen Märtyrern, die qualvoll den Tod fanden, ihren Respekt. Es war damals der 7. August 1933 als auf Erlass der irakisch-arabischen Regierung die letzten Massaker an den Assyrern unter anderem in Simele vollzogen wurden und dadurch unzählige Menschenleben forderten.

Der 7. August erinnert aber auch an die unschuldigen Opfer des Seyfos, dem Genozid von 1915, welcher an dem assyrischen, armenischen sowie griechischem Volk im Zuge des Ersten Weltkrieges unter dem Osmanischen Reich vollzogen wurde.

Die grausamen Bilder und die barbarischen Geschehnisse der Vergangenheit, welche die Nachfahren bis heute prägen, lassen die Wunde von damals nicht verheilen. Denn seit jener Zeit ist die Geschichte der Assyrer von Unterdrückung, Verfolgung sowie Massakrierung gekennzeichnet und wird mit jeder neuen grausamen Nachricht aus dem Irak und Syrien, durch die Gräueltaten des Islamischen Staates (IS), weitergeschrieben.

Genau ein Jahr ist es nun her, als der IS die Ninive-Ebene im Irak überfiel und ein Dutzend Andersgläubige verschleppte oder zwangsislamisierte. Zahlreiche Assyrer verließen notgedrungen ihre Heimat. Ein Szenario, welches bereits 1933 und 1915 in ähnlicher Form vonstattenging. Die Gesichter der Täter ändern sich, doch das Prinzip bleibt dasselbe.

„Uns trifft es sehr, wenn uns neue Nachrichten aus unserer Heimat im Nahen Osten erreichen und wir hilflos zusehen müssen. Wir als Verband können zwar durch humanitäre Hilfe kurzfristig etwas Gutes für unser Volk im Irak und in Syrien erzielen – was wir auch durch unsere Projekte tun, allerdings ist es keine langfristig Lösung“, so Sanharib Simsek, der erste Vorsitzende des AJM. Weiter heißt es „Hier ist die Politik gefragt, die durch ihre Unterstützung – zum Beispiel durch das Errichten einer Schutzzone in der Ninive-Ebene – den Gräueltaten ein Ende setzen könnten! Es sollte sich gezielter für die Bekämpfung des Terrorismus eingesetzt werden.“

Aufgrund der Ergebnisse der letzten hundert Jahre, die bis heute noch anhalten, trägt der 7. August heute eine aktuellere Bedeutung denn je.

Daher möchte der Assyrische Jugendverband Mitteleuropa e.V. (AJM) zum Gedenktag der Märtyrer an alle Opfer von 1915 und 1933 sowie an die unschuldigen Menschen, die aufgrund ihrer Herkunft und ihres Glaubens auch heute noch auf bestialische Weise umgebracht werden, erinnern und auf die Solidarität sowie Unterstützung unserer Brüder und Schwestern im Nahen Osten hinweisen.

In großer Anteilnahme
der AJM – Vorstand

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