ZAVD-PM: Islamischer Staat ermordet drei Assyrer und droht mit weiteren Exekutionen

Hinrichtung Geiseln ISIS 07102015 Ohne Text

ZAVD-PM: Islamischer Staat ermordet drei Assyrer und droht mit weiteren Exekutionen

Die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) hat am Morgen des 23. Septembers, dem Tag des Islamischen Opferfests, drei Assyrer aus dem Khabour Gebiet im Nordosten Syriens nach genau sieben Monaten Gefan-genschaft exekutiert. Das Video hierzu hat der IS erst zwei Wochen später veröffentlicht. In diesem drohen die Terrormilizen damit, die anderen 202 Gefangenen zu töten, falls das von ihnen geforderte Lösegeld nicht bezahlt werde.

Das Video zeigt zunächst drei Männer in orangenen Overalls, die ihre Namen und den Ort nennen, aus dem sie stammen, bevor sie mit einem Kopfschuss ermordet werden. Drei weitere Männer knien hinter den Ermordeten in derselben Bekleidung und sprechen zur Kamera: Ihnen und den anderen 202 Gefangenen drohe dasselbe Schicksal, wenn nichts für ihre Freilassung getan werde. Der IS erwartet für jede Geisel ein Lösegeld von 50.000 US-Dollar – für alle gemeinsam insgesamt mehr als 10 Millionen US-Dollar.

Bei den drei Getöteten handelt es sich um Ashur Abraham und Abdulmesih Enwiya (36 Jahre) aus dem Dorf Tel Jazira und Bassam Essa Michael (39 Jahre) aus Tel Shamiram.

Die Getöteten gehören zu der Gruppe von assyrischen Christen, die am 23. Februar 2015 bei Angriffen auf das Khabour Gebiet im Nordosten Syriens vom IS gefangen genommen wurden. 48 der mehr als 250 Geiseln wurden bis jetzt freigekauft oder entkamen. Bei den Angriffen mussten über 10.000 Assyrer aus ihren Dörfern fliehen.

Im August 2015 nahm der IS 250 weitere Christen in Al Qaryatain in Gefangenschaft; nur 15 von ihnen konnten bis heute aufgrund von Lösegeldzahlungen befreit werden.

Hunderttausende Assyrer in Syrien und im Irak wurden allein durch den Terror des IS seit vergangenem Sommer zu Flüchtlingen. Vor den Augen der Weltgemeinschaft und der Vereinten Nationen ereignet sich die systematische Auslöschung eines Volkes und dessen Kultur – eine ethnische, religiöse und politische Säuberung und humanitäre Katastrophe.

Der Zentralverband der Assyrischen Vereinigungen in Deutschland und Europäische Sektionen e.V. fordert die Staatengemeinschaft und die Vereinten Nationen zur humanitären Intervention auf. Die gefangenen assyrischen Christen im Khabour Gebiet und auch in Al Qaryatain müssen schnellstmöglich gerettet und befreit werden. Daneben sollte sich die ebenso Bundesrepublik um die Freilassung dieser unschuldigen und in keinem Kampf beteiligten Menschen durch den Einsatz diplomatischer Beziehungen bemühen. Auch die Zahlung von Lösegeldern sollte in Erwägung gezogen werden, um weitere unschuldige Opfer zu vermeiden. Hier kann die Bundesregierung die Diözese der Assyrischen Kirche des Ostens in Hassake, die als lokale Vertretung dieser Christen die Freilassung der Geiseln bewirken will, aktiv bei der Befreiung und anschließenden Gewährung von Schutz unterstützen.

Weitere Fluchtbewegungen aus diesen Gebieten können nur gestoppt werden, wenn die Staatengemeinschaft sich für einen ausreichenden Schutz der Bevölkerung, vor allem der bedrohten Minderheiten, einsetzt. Die Bundesregierung hat sich durch ihre Unterstützung im Irak schon stark für den Schutz von Minderheiten eingesetzt – sie sollte ihre Mission hier nun fortführen.

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