Pressemitteilung: 100 Jahre und ein weiteres sind vergangen!

Seyfo 2016

Pressemitteilung: 100 Jahre und ein weiteres sind vergangen!

Auf den Tag genau vor 101 Jahren ordnete der damalige Innenminister des osmanischen Reichs die Verhaftung von hunderten Mitgliedern der armenischen Elite in Konstantinopel (heute Istanbul) an. Dies war der Startschuss für einen Völkermord, der etwa 3 Millionen christlichen Armeniern, Pontos-Griechen und Assyrern das Leben kostete. Die Gründung der Türkei im Jahre 1923 beruhte somit auf der Verfolgung, Vertreibung und fast existentiellen Ausrottung der christlichen Ureinwohner des Landes.

Im Laufe der Menschheitsgeschichte fanden auch andere Massaker und Völkermorde an religiösen und ethnischen Minderheiten statt. Das in Deutschland wohl bekannteste Beispiel geht auf die Judenverfolgung und den Holocaust im Jahre 1933 zurück. Im vorbildlichen Sinne eines Recht- und Sozialstaates gelang es dem deutschen Volk die Fehler der eigenen Vorfahren aufzuarbeiten und sich für diese zu entschuldigen. Ebenso steht eine Leugnung der dunklen Geschichte nach dem Strafgesetzbuch unter Strafe.

Der Völkermord im osmanischen Reich wird von den Assyrern symbolisch als Sayfo, zu Deutsch Schwert, bezeichnet. Die Begrifflichkeit spielt symbolisch auf die grauenhaften Hinrichtungsmethoden an, welche ohne Unterschiede auch bei alten Menschen, Frauen und Kindern eingesetzt wurden. Bis heute warten die Nachfahren der Opfer des Sayfo auf ein Schuldeingeständnis und eine offizielle Entschuldigung von Seiten der türkischen Regierung – vergebens!

Zur Verarbeitung das dunklen Kapitels im Leben der Angehörigen und ihrer Nachfahren fordern wir von der Türkei die Anerkennung und eine Wiedergutmachung zum Völkermord 1915. Auch erhoffen wir uns, dass der im deutschen Bundestag gefasste Beschluss zur Anerkennung des Genozids durchgesetzt und aufgrund politischer und wirtschaftlicher Kooperationen mit der Türkei nicht verworfen wird.

Wir sprechen den Nachfahren der Opfer der Völker der Armenier, Pontos-Griechen und Assyrer unser tiefstes Beileid aus!

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